Kunst im Klub - WMF Berlin:
Dorotea Etzler
Susan Turcot
Astrid Küver


Dorotea Etzler:

NOISE , video VHS 125 min., div. Video-stills, 1995/96
Noise (engl.: Lärm) ist ursprünglich ein Begriff aus der Akustik, welcher als Bezeichnung für "Arbeitslärm", d.h. das Betriebsgeräusch von Apparaten, dient, und nun auch im Bereich der Optik angewendet wird (z.B. Monitorflimmern). Es ist die Bezeichnung von Störfaktoren, welche zu beseitigen sind, gleichwohl dies aufgrund der ständigen Verfeinerung der Meßtechniken kaum zu erreichen ist. Das Band NOISE zeigt das Aufspüren und Bearbeiten des "Arbeitslärmes" von Video in diversen Stücken von ca. 1 bis 7 Minuten. und ist, streng Technikimmanent arbeitend, ohne Kamera entstanden. Grundlage der Bildbearbeitung von K1 ist z.B. nicht codiertes Videomaterial, d.h. das Band enthält noch kein Videosignal, welches sich auf dem Monitor als scheinbar schwarz-weißes Flimmern darstellt. Im Studio sind darauf verschiedene Videomanipulationstechniken angewandt, die Bildauflösung und Geschwindigkeit verändert und mit einem stabilen Videosignal konfrontiert. Andere Stücke basieren auf der Bearbeitung von drop-outs (Fehlstellen), Rückkopplungen und codierter TV-Signale. Das Grundmaterial ist in mehreren Durchgängen im Studio D.J.-ähnlich "live" gemischt, Rhythmen gesetzt, Bildaufbau verändert etc. und als stumme Tanzstücke zusammengestellt.


Ergänzt wird die Videogroßprojektion durch video-stills, welche als rotierende Dia-installation dem Tanzboden gepflegt gestörte Athmosphäre verleihen wird.



Susan Turcot

- SLIDES
Drei Projektoren, mit jeweils 80 Dias bestückt, projezieren mit Hilfe eines Computerprogramms 320 skizzierte, sich ineinander auflösende Körper an eine Wand des WMF-Clubs. Alle 10 Sekunden werden drei Dias simultan in- und übereinander geblendet. Diese extrem langsamen Überblendungen erzählen Geschichten sich in Beziehung stellender Körper. Es entsteht ein Sich-füllen, Sich-leeren, Verschwinden und Wiedererscheinen. Konturen, die sich ins Äußere auflösen.



Astrid Küver:

Slip-Service


Slipmats, unverzichtbares Utensil beim Plattenauflegen, ließen bisher meist auf der optischen Ebene sehr viele Wünsche offen und verkamen zur bloßen Werbefläche der Plattenlabels und Hifi-Giganten. Das muß nicht sein! Als Bildermacherin erkannte ichsofort den Reiz und die Möglichkeiten dieses potentiellen Bildträgers. Meine Motive stammen aus dem eigenen Bilderrepertoire, fragmenthafte Selbstzitate in einfachster Schablonenhaftigkeit, keine gängige Club-Asthetik übernehmend. Handwerk-der weitere wesentliche Aspekt der Produkte vom ‹slip service“, der den Objekten ihre Seele gibt und die Einzigartigkeit jedes Slipmatpaares gewährleistet, äußert sich in Flechtwerkoberflächen und manuell zusammengefügten zweifarb-Filzlagen. Die Verquickung von Kunst und Unterhaltung ist mit dieser Arbeit angestrebt. Musikproduktion bedient sich weitgehend vorhandener Quellen,setzt sie neu zusammen, die Tätigkeit des DJ-ing geht über das bloße Platten Abspielen hinaus und avanciert zu einem schöpferischen Akt der Musikinszenierung durch den direkten Zugriff auf den Tonträger und handfertige Einflußnahme.



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